[Rezension] Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater

Wen-der-Rabe-ruft-9783839001530_xxl Autor: Maggie Stiefvater

Seitenanzahl: 496 S.

Verlag: Script5 Verlag

Erscheinungsdatum: 9.10.2013

Sprache: Deutsch

ISBN: 3839001536

Preis: 18,95 €

Originaltitel: The Raven Boys

Band: 1 von ?

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 Weitere Bände

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Inhaltsbeschreibung

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

Cover

Ich weiß noch den Moment, wo ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe. Da war mein erstes Gefühl Enttäuschung. Denn ich bin so begeistert von dem englischen Originalcover, dass das deutsche daneben nicht mithalten kann. Aber mal abgesehen vom englischen Kunstwerk eines Covers, ist das deutsche wiederum eine Wucht. Sowieso, die Cover von Script5 sind immer auf ihre Art sehr schön, hier gefällt mir die kuriose, skurille Darstellung des Waldes, der auch einen großen Bezug zur Geschichte hat, sehr. Und auch das Cover vom zweiten Teil „Wer die Lilie träumt“ gefällt mir. Sogar noch ein bisschen mehr als das vom ersten Band.

Handlung

Maggie Stiefvater hat ihren persönlichen Stil ihre Geschichten zu gestalten. Alles läuft immer in einem ruhigen Tempo ab. Wer Action sucht, ist hier fehl am Platz. Das heißt nicht, dass „Wen der Rabe ruft“ gar keine Spannung oder gar langweilig ist, nein. Im Gegenteil, besonders zum Ende hin geht es rasant zu und man fühlt sich durchgängig wohl in dieser wundervollen Geschichte. Größtenteils schreibe ich dies den einzigartigen Charakteren zu, die nie stereotypisch daherkommen und alle ganz besonders gezeichnet sind und der Atmosphäre, die Maggie so großartig in dieser Handlung einfängt und dem Leser dran teilhaben lässt. Vieles wirkte geheimnisvoll, warf immer wieder Fragen bei mir auf und zog mich sommit immer mehr in dem Bann.

Auch der fantastische Teil ist etwas Neues gewesen, was ich so noch nicht unter die belesenen Augen bekommen habe. Ich fieberte mit den Figuren förmlich mit auf ihrer Suche nach den Ley-Linien, starken Energieströmen, die unter der Erde liegen und Magie verstärken sollen und dem sagenumwobenen König Glendower, der seit Jahren auf einer dieser Ley-Linien schläft . Leider hat man über diesen  Herren noch nicht allzu viel im ersten Band erfahren. Ich hoffe sehr, dass meine Fragen im Bezug auf ihm im zweiten Teil eine Antwort finden.

Neben diesem Fantasyaspekt stammt Blue auch aus einer Wahrsagerfamilie. Zu ihrer eigenen Schande hat sie aber nicht dasselbe zukunftsvorraussagende Talent ihrer Mutter und ihrer zig Tanten geerbt. Ganz ungesegnet ist sie jedoch nicht. Ihre Gabe besteht darin, Energie zu mehren oder „lauter“ zu machen, wie sie selbst sagt. Für Wahrsagersitzungen erweist sie sich damit oft als nützlich und auch für die Raven Boys: Adam, Gansey, Ronan und Noah, mit denen sie sich auf der Suche nach Glendower zusammentut, ist sie oft das fehlende Puzzlestück.

Maggie thematisiert aber auch ganz alltägliche Probleme wie man sie aus unserer Welt kennt. Sei es Adam, der von seinem Vater misshandelt wird, Ronan, der in der Schule nicht mehr mitkommt oder die zarte anbahnende Liebe zwischen Blue und Adam bzw. ihrer eigentlich wahren Liebe Gansey.

Charaktere

Blue war mir sehr sympathisch. Ich habe sie mir immer sehr hippiemäßig vorgestellt, warum weiß ich nicht, vielleicht weil sie so eine rebellische und sture Art an sich hat. Sie ist ein sehr selbstbewusstes Mädchen, eckt damit aber auch oft mal an. So auch bei Gansey. Gansey ist sehr intelligent, reich und weiß, was er will. Er ist zielstrebig und lässt nicht locker, bis er das hat, was er will. In dem Punkt sind sich Blue und Gansey sähnlich und es kommt immer wieder zu Reibereien zwischen den beiden, die mich sehr erheitert haben. Adam hingegen war der überperfekte Typ, bei dem ich Schwierigkeiten hatte, eine nähere Verbindung zum Charakter aufzubauen. Er möchte alles richtig machen, kann aber auch so wie Gansey stur sein. Ronan fand ich interessant. Von ihm erfährt man noch nicht allzuviel, doch er scheint ein sehr verschlossener Typ zu sein, der mehr mit Fäusten als mit Worten argumentiert. An sich hat er glaube ich aber einen guten Kern. Noah bleibt ebenfalls etwas blass im ersten Teil, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch auch er hat eine Hintergrundsgeschichte, die einen traurig zurück lässt.

Oft weiß man bei allen Charakteren nicht, was wer im Schilde führt, wer ist gut, wer ist böse, das wird nicht klar getrennt und keine Figur lässt sich in nur eine Schublade stecken.

Schreibstil / Schreibweise

Maggies Schreibstil ist flüssig und ihre Schreibweise hat wie immer ein gewisses Niveau, gespickt mit Metaphern und etwas ausgeschmückt, fast schon poetisch, aber immer verständlich.

Fazit

Man merkt, das „Wen der Rabe ruft“ der erste Band einer Reihe ist, denn es stehen noch soviele Fragen offen.Wo bleibt der September? Ich will endlich wissen, wie es mit Blue und den Raven Boys in Henrietta weitergeht! Mehr muss ich glaube ich nicht sagen? Ach, doch: 5 Buchbäume für diesen gelungenen, atmosphärisch dichten Auftakt!

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